Warum man die Partei für Gesundheitsforschung wählen sollte

Das Thema der Partei für Gesundheitsforschung ist offensichtlich sehr gut. Von einer schnelleren Entwicklung wirksamer Medizin gegen Alterskrankheiten würden Alle enorm profitieren. Vielen stellen sich allerdings immer noch folgende drei entscheidende Fragen, die hier genauer betrachtet werden sollen:

  1. Ist eine Stimme für die Partei für Gesundheitsforschung nicht eine verschenkte Stimme, wenn die Partei keine realistische Chance hat, die 5-Prozent-Hürde für einen Einzug ins Parlament zu schaffen?
  2. Tun die großen Parteien nicht bereits genug für die Entwicklung wirksamer Medizin gegen Alterskrankheiten?
  3. Ist es überhaupt möglich, wirksame Medizin gegen alle Alterskrankheiten zu entwickeln?

Die erste Frage lässt sich ganz klar mit “nein” beantworten. Da die Partei für Gesundheitsforschung eine Ein-Themen-Partei ist, kann man mit einer Stimme für sie den großen Parteien zeigen, wie wichtig das Thema ist. Je mehr Stimmen die Partei bei der Wahl bekommt, desto eher werden die großen Parteien das Thema verstärkt behandeln, weil sie sehen, dass mit diesem Thema Stimmen zu holen sind. Außerdem motiviert jede einzelne Stimme die ehrenamtlichen Aktivisten der Partei für Gesundheitsforschung zusätzlich, weiter zu machen, und unterstützt die Öffentlichkeitsarbeit und den Lobbyismus bei den großen Parteien für das Thema. Und es besteht mittlerweile auch eine realistische Chance, dass die Partei für Gesundheitsforschung bei einer Wahl genug Stimmen erhält, um in die staatliche Parteienfinanzierung zu kommen. Dafür bräuchte sie mindestens 0,5 Prozent der Stimmen bei der Bundestags- oder der Europawahl oder mindestens 1 Prozent der Stimmen bei einer Landtagswahl. Zusätzliches Geld würde natürlich sehr bei der Öffentlichkeitsarbeit helfen und die Partei schneller vorankommen lassen. Auch ohne einen Einzug ins Parlament kann die Partei für Gesundheitsforschung die Entwicklung wirksamer Medizin gegen Alterskrankheiten beschleunigen.

Es ist in der heutigen Situation auch sogar so, dass eine Stimme für eine der großen Parteien, die sicher ins Parlament einziehen, verschenkt ist, da eine solche Stimme praktisch nichts wichtiges bewirkt. Alle möglichen Regierungskoalitionen werden mehr oder weniger das gleiche tun. Für das Leben des einzelnen Bürgers wird es erfahrungsgemäß kaum einen Unterschied machen, welche der möglichen Regierungskonstellationen zustande kommt. Dies zeigen z.B. auch die unterschiedlichen Regierungskoalitionen der Bundesländer. Und alle Parteien, die eine Chance haben, an einer Regierungskoalition beteiligt zu sein, wollen auch etwas gegen den Klimawandel tun. Man braucht also nicht extra für Maßnahmen gegen den Klimawandel zu wählen, da entsprechende Maßnahmen bereits ziemlich sicher kommen werden. Und das oft hervorgebrachte Argument, man müsse CDU/CSU, SPD, GRÜNE, FDP oder DIE LINKE wählen, damit die AfD nicht so viel Einfluss gewinnt, zählt auch nicht, da die AfD mit Sicherheit nicht in die Regierung kommen wird, auch wenn man seine Stimme einer Partei gibt, die keine Chance hat, die 5 Prozent Hürde zu schaffen. Und die Partei für Gesundheitsforschung hat eine Koalition mit der AfD ausgeschlossen.

Die zweite Frage ist, ob die Regierungsparteien nicht bereits genug in die Entwicklung wirksamer Medizin gegen Alterskrankheiten investieren. Täglich sterben ca. 110.000 Menschen an Alterskrankheiten und mit dem heutigen Stand der Wissenschaft haben wir jetzt eine gute Chance, wirksame Medizin gegen alle Alterskrankheiten zu entwickeln. Diese Medizin würde viele Menschenleben retten, viel Leid vermeiden und wäre auch wirtschaftlich sehr vorteilhaft. Und natürlich investiert der Staat bereits in diesen Bereich, allerdings zur Zeit sehr viel weniger als 1 Prozent des Staatshaushaltes. Die Partei für Gesundheitsforschung fordert, dass 10 Prozent des Staatshaushaltes zusätzlich dafür investiert werden. Das wäre mehr als eine Verzehnfachung dieser Forschungsgelder. Das ist der große Unterschied zwischen der Partei für Gesundheitsforschung und allen anderen Parteien bzgl. dieses Themas. Mit dem jetzigen Level an Investitionen werden wir die Medizin gegen alle Alterskrankheiten vielleicht in 100 Jahren entwickelt haben. Die Partei für Gesundheitsforschung will die Entwicklung durch wesentlich mehr staatliche Investitionen erheblich beschleunigen, damit wir diese Medizin vielleicht schon in 20 Jahren haben. Es ist letztendlich eine Frage der Priorisierung. Wie wichtig ist es einem, 110.000 Tote pro Tag und das immense Leid durch Alterskrankheiten zu vermeiden. Zusätzlich zu diesen ethischen Argumenten, die eigentlich ausreichen sollten, kommen noch die riesigen wirtschaftlichen Vorteile für das Land, wenn es wesentlich mehr in diesen Bereich investieren würde. Wenn durch die zukünftige Medizin alte Menschen körperlich und geistig genauso gesund sind wie junge Erwachsene, werden z.B. auch die Krankheits- und Pflegekosten stark sinken. Außerdem wird diese Medizin weltweit jeder im Alter brauchen, so dass sie zu einem der größten Industriezweige der Zukunft werden wird. Wenn das Land jetzt mehr in diesen Bereich investiert, wird es in Zukunft Wissen und Medizin exportieren können. Und von einem wirtschaftlich starken Land würde die ganze Bevölkerung profitieren. Es wäre also aus ethischer und wirtschaftlicher Sicht sehr wichtig, wesentlich mehr als die jetzige Regierung in diesen Bereich zu investieren.

Kommen wir nun zur dritten Frage, ob es überhaupt möglich ist, Medizin zu entwickeln, die alle Alterskrankheiten heilt und vorbeugt und Alle länger gesund leben lässt. Immer mehr Wissenschaftler sind der Meinung, dass dies wahrscheinlich möglich ist und es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis wir diese Medizin entwickelt haben. Es gibt bereits sehr vielversprechende Ansätze (wie z.B. den Reparaturansatz), die nur noch implementiert werden müssen. Und es gibt immer mehr Technologien, die bei dieser Implementierung helfen. Ein Großteil der Menschen scheint davon allerdings noch nichts zu wissen oder nicht daran zu glauben oder das Thema einfach zu verdrängen. Deshalb ist Öffentlichkeitsarbeit so wichtig. Und auch wenn eine geringe Wahrscheinlichkeit besteht, dass wir es nicht schaffen, wirklich alle Alterskrankheiten zu heilen, so könnten wir doch mit mehr Investitionen mit ziemlicher Sicherheit schneller neue gute Medizin entwickeln, die viel Leid verhindert. Aber auch allein eine gute Chance auf eine Welt ohne Alterskrankheiten sollte uns die Investitionen wert sein.

Viele Menschen sind zwar für mehr Investitionen für die Entwicklung wirksamer Medizin gegen Alterskrankheiten, zur Zeit fordert es aber kaum jemand aktiv – es gibt z.B. keine großen Demonstrationen dafür. Mit einer Stimme für die Partei für Gesundheitsforschung kann man jetzt sehr einfach dazu beitragen, dass das Thema zusätzlich zu den anderen wichtigen Themen der heutigen Zeit auch mehr Beachtung findet. Wenn durch die zukünftige Medizin Menschen im hohen Alter körperlich und geistig genauso gesund sind wie junge Erwachsene, wird wahrscheinlich die durchschnittliche Lebenserwartung auch stark ansteigen, da gesunde Menschen ein sehr geringes Sterberisiko haben. Einige Menschen meinen, dass durch eine höhere Lebenserwartung Probleme wie Überbevölkerung oder Renten entstehen könnten. Es kann aber keine Lösung dafür sein, Menschen weiterhin an Krankheiten wie Alzheimer und Krebs leiden zu lassen. Außerdem möchte die Partei für Gesundheitsforschung die Entwicklung dieser Medizin nur beschleunigen. Eventuelle Probleme würden also auch so kommen, nur dann halt vielleicht ein paar Jahrzehnte später. Sie müssten dann von späteren Generationen gelöst werden. Und wenn Menschen durch diese Medizin wirklich wesentlich länger leben würden, würde das Vorhaben der Partei für Gesundheitsforschung wahrscheinlich auch beim Kampf gegen den Klimawandel helfen. Es wird ja oft argumentiert, dass ältere Menschen sich tendenziell nicht so sehr um den Klimawandel kümmern wie jüngere, da sie wegen der aktuellen Lebenserwartung nicht mehr selbst betroffen sind. Wenn jedoch durch diese zukünftige Medizin die Lebenserwartung stark ansteigt, würden sich dann nach dieser These wahrscheinlich auch sehr viel mehr ältere Menschen stärker um den Klimawandel kümmern, da sie dann ja selbst auch von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen wären.

Es geht der Partei für Gesundheitsforschung in erster Linie um Gesundheit, also der Verlängerung der gesunden Lebensspanne. Dazu sollen 10 Prozent des Staatshaushaltes zusätzlich in die Entwicklung wirksamer Medizin gegen Alterskrankheiten investiert werden. Da keine andere Partei dieses Thema in diesem Maße im Programm hat, kann man mit einer Stimme für die Partei für Gesundheitsforschung noch wirklich eine wichtige Änderung hervorrufen, was man mit einer Stimme für eine große Partei nicht kann.

Autor: Felix Werth, Partei für Gesundheitsforschung

19.10.2020: Europäische Initiative für Longevity – All-Round Gesundheit als einziges Thema

“Attila Csordas schließt sich uns in einem Gastbeitrag über die Europäische Longevity-Initiative an, in dem er sich dafür ausspricht, dass die Zeit jetzt reif ist, um eine Interessengruppe für Longevity (deutsch: längere gesunde Lebensspanne) auf EU-Ebene zu gründen.”

Original Artikel in Englisch: https://www.longevity.technology/european-longevity-initiative-single-issue-healthy-longevity/

Deutsche Übersetzung des Artikels: https://parteifuergesundheitsforschung.de/europaeische-initiative-fuer-longevity-all-round-gesundheit-als-einziges-thema

 

 

03.01.2020: Nir Barzilai Interview at Undoing Aging 2019

Auf der Undoing Aging Konferenz 2019 haben wir viele Wissenschaftler und Aktivisten interviewt. Hier ist unser Interview mit Dr. Nir Barzilai.

In den deutschsprachigen Medien erscheint Dr. Nir Barzilai in letzter Zeit häufig im Zusammenhang mit seiner TAME-Studie (Targeting Aging with Metformin). Hier sind Beispiel-Medienlinks dazu:

Gesund altern – Was steckt in der Anti-Aging-Pipeline: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/was-steckt-in-der-anti-aging-pipeline/

Ewig jung mit Metformin und Brokoli: https://m.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/pharmazie/ewig-jung-mit-metformin-und-brokkoli/

 

23.12.2018 / Krankenkasse DAK-Gesundheit belegt durch Umfrage die Angst vieler Menschen vor Alterskrankheiten. Partei für Gesundheitsforschung bietet Lösungen und Handlungsperspektiven

Seit 2010 untersucht das renommierte Forsa-Institut für die Krankenkasse DAK-Gesundheit jeweils im November die Angst der Deutschen vor Krankheiten. Aktuell wurden bundesweit rund 3.500 Frauen und Männer befragt. Danach schätzen 89 Prozent der Befragten ihren aktuellen Gesundheitszustand als eher gut (57 Prozent) oder sogar sehr gut ein (32 Prozent). Nur wenige bewerten ihren Gesundheitszustand als eher schlecht (8 Prozent) oder sehr schlecht (2 Prozent).

So richtig interessant wird die Auswertung der Forsa-Umfrage allerdings, wenn es ins Detail bzw. um die real existierenden Ängste vor Krankheiten geht. So heißt es in der Pressemeldung der DAK-Gesundheit: „Demnach haben 68 Prozent der Befragten am meisten Furcht vor einem bösartigen Tumor. Jeder Zweite hat Angst vor Alzheimer und Demenz – ein Anstieg von 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 45 Prozent fürchten sich davor, einen Schlaganfall zu erleiden. Mehr als jeder Dritte (38 Prozent) hat Angst vor einem Herzinfarkt.“

Weiter heißt es seitens der DAK-Gesundheit: „Die Angst vor einer Tumorerkrankung ist bei jungen Menschen zwischen 14 und 29 Jahren mit 73 Prozent am größten und geht bei den über 60jährigen auf 61 Prozent zurück. Bei Alzheimer und Demenz ist das Ergebnis umgekehrt. Hier wächst die Sorge von 42 Prozent bei den jüngeren auf 58 Prozent bei den älteren Befragten deutlich. Demenz macht den Befragten besonders Angst, weil die Erkrankung jeden treffen kann und weil die Betroffenen dann auf die Pflege anderer angewiesen sind. Diese Gründe nannten 73 bzw. 76 Prozent. Fast jeder Zweite (45 Prozent) fürchtet sich am meisten vor Alzheimer und Demenz, weil die Anzahl der Krankheitsfälle so stark ansteigt. Mehr als jeder Vierte (27 Prozent) nannte Berichte in den Medien als Grund.“

Zusammenfassend listet die Forsa-Umfrage die Angst der Deutschen vor den einzelnen Erkrankungen wie folgt auf:
1. Krebs (68 Prozent)
2. Alzheimer/Demenz (50 Prozent)
3. Schlaganfall (45 Prozent)
4. Unfall mit Verletzungen (43 Prozent)
5. Herzinfarkt (38 Prozent)
6. Schwere Augenerkrankungen, z.B. Erblindung (30 Prozent)
7. Psychische Erkrankungen, z.B. Depressionen (27 Prozent)
8. Schwere Lungenerkrankung (18 Prozent)
9. Diabetes (15 Prozent)
10. Geschlechtskrankheiten, Aids (10 Prozent)

In der Umfrage wurde auch der Frage nach vorbeugenden Maßnahmen nachgegangen. Von der DAK-Gesundheit heißt es dazu in ihrer Pressemitteilung: „Um Krankheiten vorzubeugen, treiben 80 Prozent der Befragten regelmäßig Sport, 71 Prozent achten auf richtige Ernährung. Ebenso viele trinken nur wenig Alkohol, um gesund zu bleiben. 65 Prozent lesen und suchen geistige Herausforderungen. 71 Prozent rauchen nicht. (…)“

Soweit die Bestandsaufnahme, die vor allem eines zeigt: die Angst und Sorge, insbesondere im Alter von schweren Krankheiten betroffen zu sein, ist in der Bevölkerung weit verbreitet. Schaut man sich die Auflistung der Erkrankungen an, vor denen viele Angst haben, fällt auf, dass es sich mit wenigen Ausnahmen (Unfall, psychische Erkrankungen, Geschlechtskrankheiten) ansonsten tatsächlich um die typischen Alterskrankheiten handelt, von denen heutzutage in unserem Land fast jeder ab einem gewissen Alter betroffen ist. Nun können individuelle Maßnahmen der Gesundheitsprophylaxe wie Sport, gesunde Ernährung und ein bewusster Lebenswandel sicher den Ausbruch von Alterskrankheiten verzögern oder auch die Symptome abmildern – einen generellen Schutz bieten sie allerdings nicht. Natürlich ist diese Form der Prävention wichtig – genauso wie z.B. die Mitarbeit in Selbsthilfegruppen. Dies alles ersetzt jedoch nicht die Errungenschaften der Gesundheitsforschung. Erst die weitere und bessere Entwicklung wirksamer Medizin gegen Alterskrankheiten wie Krebs, Alzheimer, Schlaganfall, Herzinfarkt, Diabetes Typ 2, Parkinson, Arthrose, Osteoporose und Makuladegeneration wird nachhaltige Abhilfe schaffen. Altersbedingte Krankheiten werden durch bestimmte Veränderungen innerhalb und außerhalb der Zellen verursacht. Erst durch die Reparatur dieser Veränderungen auf molekularer und zellulärer Ebene wird es in Zukunft wahrscheinlich möglich sein, altersbedingte Krankheiten zu heilen und zu vermeiden. Und je mehr Forschung auf diesem Gebiet betrieben wird, umso größer ist die Chance auf die zeitnahe Entwicklung wirksamer Medizin gegen diese Krankheiten. Den Menschen würde so eine große Bürde genommen und die Gesellschaft nachhaltig verändert.

Aus diesem Grund setzt sich die Partei für Gesundheitsforschung seit ihrer Gründung im Jahr 2015 dafür ein, dass mehr Forschungseinrichtungen in Deutschland errichtet werden, die an diesem Thema arbeiten, und mehr Wissenschaftler in den dafür relevanten Gebieten ausgebildet werden. Den Fokus richtet die Partei dabei auf die Förderung der staatlich betriebenen Forschung, da die Forschung der Pharmaindustrie allzu sehr den Regularien privater Profitmaximierung unterworfen ist. Nach Aussage der Partei für Gesundheitsforschung bietet der heutige biotechnologische Fortschritt erstmals realistische Chancen, wirksame Medikamente und Kausaltherapien gegen ein umfassendes Spektrum an Alterskrankheiten zu entwickeln. Um die Entwicklung dieser Medizin zu beschleunigen, schlägt die Partei vor, dass 1 Prozent des Bundes- oder der Länderhaushalte zusätzlich in die Gesundheitsforschung investiert werden soll. Die Hälfte dieser zusätzlichen Investitionen soll in den Bau und Betrieb neuer Forschungseinrichtungen fließen. Mit der anderen Hälfte sollen mehr Wissenschaftler in den relevanten Gebieten wie Biochemie und Molekularbiologie ausgebildet werden, wofür auch die entsprechenden Fachbereiche an den Universitäten ausgebaut werden sollen.

Dabei ist der Partei für Gesundheitsforschung durchaus bewusst, dass die benötigten Investitionen für eine bessere Gesundheitsforschung sehr hoch sind. Tatsächlich sind sie aber wesentlich geringer als die immensen und weiterhin steigenden Kosten, die altersbedingte Krankheiten heute bereits verursachen. Die Entwicklung wirksamer Medizin wäre deshalb nicht nur eine humanitäre Tat, die vielen Menschen großes Leid ersparen würde – sie wäre auch aus wirtschaftlicher Sicht durchaus von Vorteil, da die so freigesetzten Mittel an anderer Stelle nutzbringend eingesetzt werden könnten.

So schlüssig und nachvollziehbar die Argumentation der Partei für Gesundheitsforschung einerseits auch ist, so hat sie sich andererseits bei Wahlen bisher noch nicht wirklich durchsetzen können. Bisher hat die Partei an fünf Wahlen teilgenommen: 2016 bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin, 2017 bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, ebenfalls 2017 in drei Bundesländern bei der Bundestagswahl sowie 2018 bei den Landtagswahlen in Bayern und Hessen. Dabei wurde das bisher beste Ergebnis mit 0,5 Prozent 2016 in Berlin erzielt. Dass die Wahlergebnisse nicht deutlich höher sind, liegt vor allem daran, dass die Partei für Gesundheitsforschung vielen Bürgern einfach noch nicht bekannt ist. Zudem wird der Themenkomplex Alterskrankheiten und Gesundheitsforschung von vielen als ein Randthema wahrgenommen, bei dem die politische Handlungsperspektive nicht gesehen wird. Und nicht zuletzt spielt die individuelle Verdrängung natürlich auch eine Rolle. Doch die von der Krankenkasse DAK-Gesundheit jetzt publizierten Ergebnisse der Forsa-Umfrage sagen da etwas ganz anderes. Wenn sich Menschen in einer repräsentativen Umfrage in so hoher Prozentzahl besorgt darüber äußern, selber von typischen Alterskrankheiten betroffen zu werden, dann ist das doch lange kein Randthema mehr. Im Gegenteil: es zeigt in aller Deutlichkeit, dass sich die Partei für Gesundheitsforschung mit ihrer Forderung nach mehr und besserer Gesundheitsforschung voll in der Mitte der Gesellschaft befindet. Natürlich gibt es parallel dazu auch noch andere wichtige Politikfelder. Insofern ist Gesundheit vielleicht nicht alles. Aber ohne Gesundheit ist alles nichts. Und genau diese Erkenntnis belegt die von der DAK-Gesundheit in Auftrag gegebene Forsa-Umfrage. Die Ängste und Sorgen vieler Menschen um ihre Gesundheit sind real und zahlreich. Die Partei für Gesundheitsforschung bietet Lösungsansätze und politische Handlungsperspektiven. Denn ob und wieviel Geld in die Gesundheitsforschung investiert wird, entscheidet sich schließlich in den Parlamenten. Und da macht es nun mal einen Unterschied, ob in diesem Parlamenten eine politische Kraft vertreten ist, die sich dieses wichtige Thema auf die Fahnen geschrieben hat oder ob diejenigen den Ton angeben, die den Themenkomplex Gesundheitsforschung und Alterskrankheiten trotz seiner gesamtgesellschaftlichen Relevanz weiterhin verdrängen.

Autor: Georg Diederichs, Partei für Gesundheitsforschung

Quellen:

www.dak.de/dak/download/pressemitteilung-angst-vor-krankheiten-2033804.pdf
www.dak.de/dak/download/forsa-umfrage-2033814.pdf

 

 

5.3.2018 / Grundlegende Gesundheitserhaltung im Alter – mit moderner Wissenschaft in Zukunft Realität

Foto: Flickr / TED Conference / CC BY-NC 2.0

Dr. Elizabeth Blackburn – Wissenschaftlerin und Nobelpreisträgerin – berichtete in ihrem TED Talk vom November 2017 über aufschlussreiche Erkenntnisse und das Potential der modernen regenerativen Medizin.

Dr. Blackburn ist eine Pionierin der Molekularbiologie. Sie erhielt im Jahre 2009 den Nobelpreis für die Erforschung des molekularen Aufbaus der Telomere, welche die Enden unserer Chromosomen sind (Chromosomen enthalten gebündelt unsere Erbinformationen gespeichert als DNA), und für die Mit-Entdeckung der Telomeraseaktivität – Telomerase ist das Enzym, welches unsere Telomere regeneriert, denn sie degenerieren im Alter mit stetig fortschreitender Zellteilung und verkürzen sich. Werden unsere Telomere zu kurz, so kommt es zu Alterserscheinungen und einem erhöhten Risiko, an Alterskrankheiten zu leiden. Telomere und Telomerase spielen eine zentrale Rolle im Alterungsprozess und in altersassoziierten Krankheiten sowie für das Verständnis von Krebs.

Zudem war sie Präsidentin der American Association of Cancer Research (die Amerikanische Gesellschaft für Krebsforschung) und der American Society for Cell Biology (der Amerikanischen Gesellschaft für Zellbiologie).

Dr. Blackburn spricht im TED Talk neben ihrer Vergangenheit und frühem Interesse an biologischen Fragestellungen auch darüber, dass es nicht in allen Organismen zur Verkürzung der Telomere im Laufe der Zeit kommt. Algen in stehenden Gewässern beispielsweise erhalten ihre Telomerasekonzentration unabhängig vom Alter ihrer Zellen stets aufrecht – sie altern biologisch gesehen nicht und werden nicht seneszent, denn ihre Telomere werden durch das Enzym permanent erneuert. Außerdem geht sie auf weitere Erkenntnisse ein, wie dass negative psychische Faktoren wie beispielsweise schlechte Stressbewältigung Einfluss auf das Vorhandensein von Telomerase in unseren Zellen nehmen und es zu vorzeitiger Alterung durch chronische mentale Belastung kommen kann. Im Umkehrschluss wurde nachgewiesen, dass positive soziale Bedingungen wie lebenslange Freundschaften oder Partnerschaften bei Menschen zu einer verbesserten Erhaltung der Telomeraseaktivität im Alter führen. Wir haben also durch unseren Lebensstil und unsere Psyche die Möglichkeit, aktiv Einfluss auf die Verlängerung unserer Gesundheitsspanne im Alter zu nehmen.

Dr. Blackburn äußert gegen Ende ihres Vortrags, dass sie neugierig ist, wie sich diese Erkenntnisse auf die nächste Generation von Menschen auswirken werden.  Es komme darauf an, ob wir in die nächste Generation von Wissenschaftlern investieren, die Lösungen für medizinische Fragestellungen entdecken wollen, welche wir bisher noch gar nicht in Betracht gezogen haben.

 

Autor: Udo Schmidtke, Partei für Gesundheitsforschung